Tuina
Was ist Tuina-Anmo?
Die Tuina-Therapie ist neben Arzneimitteltherapie, Akupunktur, Diätetik und Qigong eines der fünf wesentlichen Heilverfahren der Chinesischen Medizin (CM).
Tuina-Anmo bezeichnet die traditionelle manuelle Therapie der Chinesischen Medizin. Der Begriff entstand aus einer bildhaften Beschreibung wesentlicher Behandlungstechniken, wie
Tui - Schieben, Stossen,
Na - Greifen, Nehmen, Anheben,
An - Drücken,
Mo - Reiben, Streichen.
In China werden je nach Region eine oder beide Begrifflichkeiten verwendet. In der Bundesrepublik wie auch in anderen Ländern hat sich mittlerweile der Begriff Tuina durchgesetzt und etabliert.
Die Tuina-Therapie umfasst muskuläre Massage, chiropraktische Manipulationen, aktive und passive Gelenkmobilisation, sowie Akupressur entlang der Leitbahnen (Meridiane) und deren Punkten. Wir sprechen im allgemeinen von Tuina-Massage, da die Massage einen grossen Anteil der Behandlung ausmacht.
Die Behandlung mit Tuina
Die Behandlung richtet sich nach dem erfassten Befund bzw. der Diagnosestellung. Auch die Konstitution und der aktuelle Zustand des Patienten sind ausschlaggebend. Ist der Patient sehr schwach und gebrechlich, kann eine Qigong-Massage angewandt werden, bei der die Massagetechniken Anwendung finden, jedoch keine Kraft eingesetzt wird, sondern nur mit Qi (Energie) gearbeitet wird.

Generell wird die Tuina-Behandlung von Patienten sehr gerne angenommen. Schon während und direkt nach Beendigung der Massage wird der Patient in der Regel eine Besserung seiner Beschwerden empfinden.

Die Behandlung eines Körperteiles beträgt zwischen 15 bis 20, maximal 30 Minuten für grosse Bereiche, wie z.B. dem Rücken. Es werden aber auch gezielt längere Massagen von einer Stunde ausgeführt, um den ganzen Körper zu behandeln.
Welche Krankheiten eignen sich zur Behandlung?
Akupunktur und Tuina gehören zum Fachbereich Wai Ke (Äussere Medizin) im Gegensatz zur Arzneimitteltherapie, die zum Fachbereich Nei Ke (Inneren Medizin) gehört.

Die Domäne der Tuina-Therapie sind die Bereiche Orthopädie (Beschwerden des Bewegungsapparates) und Traumatologie (verletzungsbedingte Beschwerden und Krankheitsbilder). Somit können sowohl degenerative als auch akute Prozesse mit Tuina behandelt werden.

Bis zu einem gewissen Grad kann Tuina genauso wie Akupunktur auch bei inneren Krankheitsgeschehen angewendet werden. Eine äussere Therapie kann jedoch keinen inneren Mangel beseitigen, deshalb kann bei vielen Krankheiten zusätzlich auf den Einsatz von z.B. Kräutermedizin nicht verzichtet werden.
Für wen ist Tuina besonders gut geeignet?
Besonders gut geeignet ist die Tuina-Therapie bei Patienten mit Beschwerden des Bewegungsapparates, bei Patienten mit emotionalen Störungen sowie bei Nadelangst.
Auch für Patienten, die aufgrund einer Schwäche nicht genadelt werden können, ist die Tuina-Therapie durchaus noch angezeigt, da sie auch tonisierend eingesetzt werden kann. Dieses betrifft insbesonders ältere Menschen und Patienten, die unter einer langen, schweren Krankheit leiden. Die Tuina-Therapie kann auch für Kinder ab dem Säuglingsalter sehr wirkungsvoll eingesetzt werden.
Einen besonders guten und die Behandlung verstärkenden Effekt hat die Kombination von Akupunktur und Tuina.
Wieviele Behandlungen?
Die Behandlungsdauer ist abhängig von der individuellen Fähigkeit zur Regeneration. In der Regel werden bei sehr akuten Fällen die Behandlungen an drei bis fünf aufeinanderfolgenden Tagen ausgeführt.
Bei subakuten Beschwerden wird zweimal wöchentlich über die Dauer von ein bis zwei Monaten behandelt. Bei chronischen Geschehen wird eine wöchentliche Behandlung von zwei bis drei Monaten angesetzt. Dieser Zeitraum kann durchaus individuell verlängert werden. Gerne wird auch eine den Zustand erhaltende Massage im Sinne der Prävention (Vorbeugung) über längere Zeit durchgeführt.
Was kostet die Behandlung?
Die Kosten für die Behandlung richtet sich nach Umfang und Dauer.
In der Regel kann man mit 25-40 € pro Sitzung rechnen.
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